Historisches aus unserer Pfarrgemeinde

Wer erinnert sich noch an

Laufs Lehnchen,

Bäckerei Van Roye,

Teves Haushaltswaren und Fahrräder,

usw. ?????

Hier gibt es eine Aufstellung über 

Alte Gewerbebetriebe und Geschäfte in Gillrath

Zum Klimawandel: Ein große Trockenheit, wie wir sie 2018 erlebten, gab es schon vor fast 100 Jahren. Aus der Dorfchronik:

Im Sommer und Herbst des Jahres 1921 herrschte eine große anhaltende Dürre und Trockenheit, wie sie von den ältesten Leuten nie erlebt worden war. Das Gras verdorrte auf den Wiesen, der Klee auf den Feldern und die Stoppelrüben gingen nicht auf. Die Folge war allgemeiner Futtermangel, so dass ein Teil des Viehs abgeschafft werden musste.

Durch die große Dürre, die fast das ganze Jahr über herrschte, waren die Erträge bei der Ernte geringer. Hierdurch stiegen die Preise für die einzelnen Erzeugnisse sehr an.

Auch die Kartoffelernte fiel kleiner aus, so dass alle Familien für den nötigen Winterbedarf mehr zu zahlen hatten.

Anzeigenseite aus der Geilenkirchener Volkszeitung vom

18. Juni 1955 - Das Klicken auf die Grafik öffnet ein größeres Fenster

Bericht AZ 04-09-2013.jpg

Bericht aus der Geilenkirchener Zeitung vom 4.9.2013 über die ehenaliger Burg Gillrath.

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Tranchot-Karte von 1801

Der Kreis zeigt den alten Verlauf des Schleifweges und die Lage der Burg. 

In der Karte ist der Gillrather Hof fälschlicher Weise als Bergerhof eingezeichnet.

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Karte von 1893

Der Kreis zeigt den alten Verlauf des Schleifweges und die Reste des Burggrabens

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Die Gillrather Burg

 

Das Haus Gillrath, der heutzutage selbst in seinen letzten Resten verschwundene ehemalige Rittersitz, wurde von alters her Emondtshof genannt. Dieser Adelssitz wurde bis zu Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts von der Familie von Bronsfeld bewohnt.

 

Der Erbauer war Thomas von Nievelstein, ein Jülicher Hofschützenmeister. Zwischen den heutigen Straßen “An der Burg”, “Von Bronsfeld-Straße” und dem ‘Schleifweg” stand im 13. bis 19. Jahrhundert die Gillrather Burg, Emondtshof genannt, inmitten grüner Wiesen und in der Nähe großer Wälder. Sie bestand aus einer Hauptburg und einer Vorburg. Die ganze Burganlage einschließlich des Burggrabens war mit breiten Wassergräben umgeben.

 

In die Vorburg führte die vordere Brücke, die 24 Fuß lang und 12 Fuß breit war. Hier befanden sich neben dem Wohnhaus die Scheunen und die Stallungen. Für Notzeiten war hier auch eine Roßmühle eingerichtet, deren Mahlsteine durch Pferde bewegt wurden, die an einem Göpel gespannt waren. Die ganze Burg war durch dicke Mauern gesichert. In die Hauptburg führte eine weitere Brücke aus Holz, die als Zugbrücke aufgezogen werden konnte. Zwei viereckige Türme zierten die Hauptburg.

 

1669 bewohnte Dederich Bertram von Redorath die Burg. Schon er hatte in dieser Zeit große Schwierigkeiten, den Rittersitz vor dem Verfall zu schützen, zumal das Anwesen mit Schulden belastet war. In den vielen Jahren hatten die Eigentümer mehrfach gewechselt.

 

Um 1800 bewohnte Baron Karl von Bronsfeld die Burg, der sie später an seinen Sohn Hubert vererbte. Der verkaufte 1877 das ganze Anwesen.

 

Über einen Burgbesitzer rankt sich folgende Sage:

 

Wie ein gemeiner Wegelagerer plünderte der entartete Spross des adeligen Geschlechts die Warenzüge der Kaufleute, schleppte die Beute in die Burg und warf die Kaufleute in das Burgverlies, um von den Angehörigen ein Lösegeld zu erpressen.

 

Als die Hanse der Stadt Köln dem Burgherrn erneut die Forderung zur Zahlung der Abgaben sandte, ließ er in seinen wilden Zorn dem Boten die Hand abhacken, schickte ihn zurück und rief hinterher:

“Wenn es den Herren in Köln nach mehr gelüste, so mögen sie nur selber kommen”.

 

Die einzige Tochter des Burgherrn, die von ihrer verstorbenen Mutter die Zartheit der Glieder und eine edle Herzensgüte geerbt hatte, beschwor ihren Vater, dem schlechten Lebenswandel zu entsagen.

Er aber, der sonst der Tochter jeden Wunsch erfüllte, erboste hierüber sehr und schrie sie an.

Als sich die Tochter in einen Knecht verliebte, missfiel das dem Burgherrn sehr. Er machte sie darauf aufmerksam, dass in eine Adelsfamilie kein Knecht hineingehörte. Aber die Tochter hielt zu ihrem Geliebten, dem Knecht.

 

Das ertrug der Ritter nicht, ließ den Knecht hinter ein Pferd binden und ihn zu Tode schleifen (daher die Straßenbezeichnung: Schleifweg)

Als das Mädchen das sah, stieß sie mit lauter Stimme den Fluch aus:

„Hier soll kein Stein mehr auf dem anderen bleiben”. Es stürzte sich aus dem obersten Burgfenster in den Wassergraben und ertrank.

 

Erst jetzt kam der Ritter von Bronsfeld zur Besinnung. Sein Schmerz um den Verlust der geliebten Tochter wuchs zum Irrsinn, der ihn schließlich in den Tod trieb.

 

Der Fluch glomm wie schwelendes Feuer im ganzen Gebälk. Langsam aber sicher verfiel die Burg. Nur der Turm, von dem die Tochter in den Tod ge­sprungen war, stand noch lange, bis auch er langsam in Schutt und Asche versank.

 

 

Die großen Wassergräben um das ehemalige Burggelände waren noch bis nach dem 2. Weltkrieg vorhanden.

 

Der früher an der hiesigen Volksschule tätige Lehrer Franz Frenken hat über das ganze Geschehen ein “Ritterschauspiel in 4 Akten mit Gesang” geschrieben.

 

Vor Jahren veranstalteten verschiedene Ortsvereine in den Wintermonaten Theaterabende, so auch die St. Blasius Schützenbruderschaft, die an ihrem Patronatstag, Anfang Februar, das Schauspiel im Saal Franzen aufführten. Es war so ein großer Erfolg, so dass die Aufführung am Sonntag danach wiederholt werden musste.

 

M. Köhlen (aus der Festschrift zum 200 jährigen Bestehen der St. Blasius Schützenbruderschaft Gillrath)

Unsere Volksschule in Gillrath

Der Fortschritt auf allen Gebieten des täglichen und beruflichen Lebens, beson­ders durch die Technik, stellt auch an eine Volksschule wesentlich höhere Anfor­derungen, als es früher einmal war.“

Diese Worte wurden gesprochen bei der Grundsteinlegung zur neuen Schule in der Bergstraße am 27. Mai 1960.

Wann Gillrath seine erste Schule erhielt, ist nicht festzustellen. Den Unterricht in mittelalterlichen Pfarrschulen erteilten die Küster, wenn nicht dem Pfarrer ein besonderer Kleriker zur Verfügung stand, der nach der Anordnung des Papstes Gregor IX. vom Jahre 1234 „mit ihm singen. die Epistel und die Lektionen lesen soll und imstande ist. Schule zu halten“.

 

Im Jahre 1502 wurde in Geilenkirchen die Küsterwohnung erneuert, die nebenbei als Schule diente. Da Gillrath erst im Jahre 1804 zur Pfarre erhoben wurde, wird bis dahin hier wohl keine Schule gewesen sein.

Am 11. Juli 1845 feierte Pfarrer Theodor Lowis sein 25jähriges Amtsjubiläum. In einem Zeitungsbericht hierüber ist gesagt, dass auch die Schuljugend an den Feierlichkeiten teilnahm, woraus zu schließen ist, dass es zu dieser Zeit eine Schule hier im Orte gab.

Im Jahre 1884 war hier als Schulleiter Hauptlehrer Nießen und mit ihm Lehrer Rademacher tätig. Den Unterricht in weiblichem Handarbeiten erteilte die Leh­rerin Josepha Schmitz, die dafür jährlich 36 Reichsmark erhielt. Im Jahre 1905 sind im Adressbuch Pfarrer Reitz als Lokalschulinspektor, Hauptlehrer Franz Nie­ßen, Lehrer Franz Frenken und Lehrerin Johanna Kugel aufgeführt.

Der nachfolgende Schulleiter war ab 1910 Adolf Esser, der 1936 durch Alois Blasczik abgelöst wurde. Im Jahre 1931 kam Lehrer Karl Becker nach hier, der nach dem Kriege die Leitung der Volksschule übernahm. Als er nach 37-jähriger Tätigkeit hier im Dorfe 1968 in den Ruhestand ging, wurde Martin Luppen sein Nachfolger. Von 1974 bis 1979 fungierte als Schulleiterin Frau Gerda Adami und seit 1979 ist die Rektorin Gerda-Marie Baum Leiterin der hiesigen Grundschule.

 

Die alte Schule aus dem Ende des 19. Jahrhunderts entsprach in keiner Weise mehr den zeitlichen Anforderungen. Der Ruf nach Verbesserung der Unterrichtsmöglichkeiten war also wohlbegründet.

Das Grundstück für den Schulneubau wurde deshalb bereits im Jahre 1954 aus den Liegenschaften des Gillrather Hofes erworben. Aber es dauerte noch einige Jahre, bis die erforderlichen Landesmittel für den Neubau bewilligt wurden.

 

Für 152 Schulkinder und ihre Lehrer war dann am 27. Mai 1960 ein besonderer Tag. In feierlicher Weise legte Bürgermeister Schönauer den Grundstein. Hiermit hatte man gewartet, bis der Rohbau schon soweit stand, dass sich das neue Schulhaus mit den einzelnen Klassen und Nebenräumen gut erkennbar in seiner zukünftigen Form abzeichnete. Am 15. April 1961 wurde dann die neue Schule eingeweiht.

 

Das alte bisherige Schulgebäude neben der Kirche, das Generationen von Schulkindern wohl mehr als 100 Jahre lang in seinen Mauern gesehen hatte, hatte ausgedient.

 

Die neue Schule soll immer eine Stätte menschlicher Begegnung und Hinführung zur Selbstverantwortung sein. Hier sollen nicht nur Kenntnisse erworben werden, die für das Leben notwendig sind, sondern hier sollen junge Menschen herangebildet und erzogen werden. Möge hier immer der Geist des Friedens und des einander Helfens herrschen.

Verfasser unbekannt

Die alte Volkschule neben der Kirche gegenüber dem alten Pastoral

Die neue Volkschule (heute Gemeinschaftsgrundschule GGS) in der Bergstraße.

© 2017 Interessengemeinschaft Gillrath

Aktualisiert am: 01.11.2019

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