Nach holpriger Planung der Turnhalle Gillrath nun Spatenstich

Fertigstellung für Anfang 2024 vorgesehen. Kosten für die gesamte Maßnahme, zu der auch ein Klassenraum gehört, betragen etwa 5,9 Millionen Euro.


Artikel aus der Aachener Zeitung vom 26.9..2022


GEILENKIRCHEN-GILLRATH „Was lange währt, wird endlich gut“, mit diesem alten Sprichwort ließe sich das Projekt Turnhalle Gillrath gut beschreiben. Der Turnhallenneubau ist mit dem nun erfolgten 1. Spatenstich einen mächtigen Schritt weiter gekommen – und dies schneller, als manch einer es noch erwartet hatte. Geilenkirchens Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld ging zwar nicht mehr im Einzelnen auf die vielen Hindernisse ein, die das Projekt noch vor dem 1. Spatenstich zu überwinden hatte. Doch so oft, wie sie leicht seufzen musste, waren es wohl ungewöhnlich viele Hindernisse gewesen.

Neuer Partner

Mit dem Bauunternehmen Mertgen aus Koblenz hat die Stadt Geilenkirchen als Bauherr nun einen neuen Partner an der Seite, der auch für den Wasserverband Eifel-Rur in Düren baut. Projektleiter Bernd Müller strahlte ebenso Zuversicht aus, wie der zum Spatenstich erschienene Geschäftsführer des Familienunternehmens Mertgen, Andreas Schmidt. Zu den Schwierigkeiten, die den Turnhallenneubau zu einem „Dauerdesaster“ machten, wie es einmal im Stadtrat geheißen hatte, zählten eine Fehlkalkulation des ursprünglichen Architekten, die das Projekt erheblich verteuert hatte, und die Verlegung des Standorts der Turnhalle von oben auf dem Hang nach unten auf den ehemaligen Schulhof, mit der Folge, dass zahlreiche Bäume weichen mussten.

Die ehemalige Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Gillrath, Agnes Maaß, war mit einem eigenen Spaten zur Feier erschienen, den sie für den großen Moment aufgehoben hatte. Das gute Stück hatte immerhin noch keinen Rost angesetzt. Die Akteure des 1. Spatenstichs griffen an diesem sonnigen Herbstabend beherzt zu, als der symbolische Sandhaufen mit den bereitgestellten Spaten in die Luft gewirbelt wurde. Wenn sich dieser Elan auf die Bauarbeiten überträgt, müsste es eigentlich doch noch was werden mit dem „Dauerdesaster“ Turnhalle Gillrath.


Der erste Spatenstich für die neue Turnhalle an der Gemeinschaftsgrundschule Gillrath ging erfolgreich über die Bühne.

FOTO: DETTMAR FISCHER


Neuer Pausenhof schon fertig

Mit dem Neubau der Turnhalle an der GGS Gillrath soll auch ein neuer Klassenraum entstehen. Bereits zum 1. Spatenstich konnte der „neue Pausenhof“ beziehungsweise Spielplatz auf dem Hang in Nutzung gehen. Der Verbau als Geländeabfangung des Nachbargrundstücks und der Baustelle steht. Die Drainagearbeiten durch den Generalunternehmer haben bereits begonnen. Die Rohbauerstellung soll im Herbst /Winter 2022 erfolgen. Die Beauftragung eines Generalunternehmers für die technische Gebäudeausrüstung soll im Oktober erfolgen, so dass dann alle ausführenden Gewerke vergeben wären.

Die Auftragsausschreibung für das Bauwerk hatte, wohl auch der Materialknappheit geschuldet, nur einen Bewerber ergeben. Mit der Fertigstellung des Rohbaus wird voraussichtlich für Anfang 2023 gerechnet, mit der Fertigstellung des Turnhallengebäudes mit Klassenraum für Anfang 2024. Die Restarbeiten am Außengelände sind für Winter 2023/2024 eingeplant. Im Frühjahr 2024 könnte die Turnhalle mit einer Nutzfläche von 409 Quadratmetern planmäßig den Kindern übergeben werden.

Förderung von 1,3 Millionen Euro

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich auf circa 5,9 Millionen Euro. Da derzeit leider nichts ist, wie es immer war, ist auch die Stadt Geilenkirchen bei diesem Bauprojekt vor Überraschungen allerdings nicht sicher. Veranschlagt ist für diese Baumaßnahme eine Förderung in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro, die aus Mitteln zur Umsetzung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes in NRW fließen. Auch der neue kommissarische Schulleiter, Marcus Johnen, packte beim 1. Spatenstich fleißig mit an.