Prozessionen in der Pfarre "St. Mariä Namen"
Marienprozession 1974

In unserer Pfarre "St. Mariä Namen" werden an den folgenden Tagen besondere Prozessionen dürchgeführt.

  • Bittprozessionen an den drei Werktagen vor Christi Himmelfahrt

  • Prozession am Fronleichnamstag (10 Tage nach Pfingsten)

  • Marienprozession zum Fest "Mariä Namen"

 

Wann und warum diese Prozessionen durchgeführt werden, sei kurz erläutert. Grundsätzlich feiern wir im Jahreskreis Festtage mit gleichem und solche mit unterschiedlichem Datum. So ist das

Weihnachtsfest (25.12.) genauso feststehend wie die Gedenktage aller Heiligen, wie z.B.  Gertrud (17.3.),

Josef (19.3.), Mariä Namen (12.9.), Allerheiligen (1.11.), Martin (11.11.), Elisabeth (19.11.), Nikolaus (6.12.).

Andere Festtage werden in jedem Jahr mit unterschiedlichem Datum begangen. Diese sind abhängig von dem Datum des wichtigsten Festes im kirchlichen Jahreskreis, dem Osterfest. Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch pessach) ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Da Leiden, Sterben und Auferstehung Christi laut den Aussagen des Neuen Testamentes in eine Pessachwoche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen Hauptfestes auch das Osterdatum. Es fällt in der Westkirche immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, im gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Danach richten sich auch die Daten der beweglichen Festtage des Osterfestkreises.

Nach seiner Auferstehung bzw. der Osternacht wurde Jesus wieder in den Himmel aufgenommen, in biblischer Sprache „zur Rechten Gottes erhoben“. Dass dieses Ereignis 40 Tage nach der Osternacht (bzw. 39 Tage nach Ostersonntag) stattfand, wird so in der Apostelgeschichte erwähnt. An den vorangehenden Werktagen zieht um jeweils 18.30 Uhr eine Prozession durch die Felder um Gillrath. Ausgangs- und Zielort ist jeweils unsere Pfarrkirche "St. Mariä Namen". Am Mittwoch schließt sich dann um 19.00 Uhr die Vorabendmesse zum Fest "Christi Himmelfahrt" an. In unserer Gemeinde werden bei diesen Prozessionen drei große Anliegen aufgegriffen, und zwar die Bitten um

  • Segnung  und Erhaltung der Feldfrüchte,

  • Segnung und Erhaltung des Friedens und

  • Segnung und Erhaltung der Arbeit.

An Pfingsten wird am 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert, auch Aussendung des heiligen Geistes oder auch Ausgießung des heiligen Geistes genannt. Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie  in Jerusalem versammelt waren. Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden.

10 Tage nach Pfingsten feiern wir das Fronleichnamsfest. Es  ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Der Donnerstag als Festtermin für Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. An die heilige Messe schließt sich die Prozession an, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten (einer konsekrierten Hostie) in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten. Die Prozession schließt  in der Pfarrkirche. Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des wandernden Gottesvolks aus, dessen Mitte Christus, „das Brot des Lebens“, ist. Die Verbindung von Prozession und heiliger Messe wird stärker betont.

In unserer Pfarre zieht die Prozession im jährlichen Wechsel zu drei verschiedenen Zielen:

  • Kapelle Heinrichs in Hatterath

  • Kapelle in Nierstraß und

  • zum Gillrather Bruch.

Das Fest "Mariä Namen"  wird in der römisch-katholischen Kirche am 12. September gefeiert.  Papst Innozenz XI. verordnete am 25. September 1683, also nur zwei Wochen nach der siegreichen Schlacht gegen die die Stadt Wien belagernden osmanischen Truppen am 12. September, die Einführung eines Festes zu Ehren des heiligen Namens Mariä für die ganze Kirche. Damit sollte der Gottesmutter besonderer Dank erwiesen werden, in deren Namen und durch deren Segen der Sieg errungen worden sei. Am 12.Juni 1851 wurde unsere Pfarrkirche nebst dem Hochaltar durch den Kölner Kardinal und Erzbischof Johannes von Geissel auf den Namen "St. Mariä Namen" konsekriert. Mit dieser Weihe wurde sie dem besonderen Schutz der Gottesmutter unterstellt. Am Patronatsfest wird seitdem zur Ehre der Heiligen eine Prozession durchgeführt. Dabei wird die Muttergottesfigur, ein Kunstwerk des Maastrichter Bildschnitzers Jan van Steffenswert, bei der Prozession durch das Dorf getragen. Diese trugen in früheren Jahren  Mädchen aus dem zur Schulentlassung anstehenden 8. Schuljahr der hiesigen Volksschule, jetzt Mitglieder der Ortsvereine. Diese Prozession findet jeweils am zweiten Sonntag im September statt.

Auf weitere Prozessionen sei noch besonders hingewiesen. Diese werden  aber nicht innerhalb unserer Pfarre durchgeführt, sondern haben verschiedene Wallfahrtsorte zum Ziel und werden deshalb auch pfarrübergreifend angeboten. Diese sind:

  • Buswallfahrt zum Wallfahrtsort Aldenhoven (Diese wurde bis in die 1970er Jahre als Fußprozession durchgeführt.), (Termin: im Juli, abhängig von der Oktav in Aldenhoven),
     

  • Buswallfahrt zum Wallfahrtsort Banneux (B) mit der Zwischenstation in Moresnet (B) (Termin: 3. Mittwoch im Juli) und
     

  • Fuß-, Fahrrad- oder Buswallfahrt zum niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer (Termin: 4. Sonntag im September).

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Aktualisiert am: 27.06.2020